BusinessPark: SPD fordert sichere berufliche Radfahr-Anbindung

Wer es ernst meint mit der Umwelt, wer den Radverkehr als gleichberechtigt sehen will, der muss dafür sorgen, dass die zukünftigen Beschäftigten auf dem Gewerbegebiet BusinessPark auch mit dem Fahrrad zur Arbeit gelangen können.

Genau daran scheint aber niemand zu denken, befürchtet die SPD Wedel. Für den Ausbau der Einmündung der Industriestraße in die B431 und für den Weg die Industriestraße hinunter zum BusinessPark gibt es bislang keinerlei Planung für den Radverkehr. „Das ist ein Unding“, erklären die SPD-Politiker Wolfgang Rüdiger und Friedhelm Michalke. Die ganze Stadt warte darauf, dass das neue Gewerbegebiet endlich genutzt werden kann. Aber dann bitte doch verknüpft mit einer intelligenten und umweltgerechten Verkehrsanbindung. „Wie kann das sein, dass hier kein Radweg vorgesehen ist?“, so die SPD-Politiker.

Bei zu erwartenden 16.000 Fahrzeugen pro Tag, darunter nahezu 2.000 LKW, wird der BusinessPark ein gefährliches Reiseziel. Im Übrigen nicht nur für die Radfahrer aus Richtung B431, sondern auch für diejenigen Arbeitnehmer, die sich über den Tinsdaler Weg oder Rissen mit dem Fahrrad auf den Weg machen. Ebenfalls ist bislang keine Planung bekannt, wie und wo die vielen LKW abgestellt werden, mit denen bei Nutzung des neuen Gewerbegebietes zu rechnen ist.

Lösungsvorschläge der SPD

Angesichts dieser Situation hat die SPD-Fraktion erste Lösungsvorschläge erarbeitet und am 10.01.19 in den Umweltausschuss eingebracht. Die SPD schlägt vor:

  1. Für die Schaffung eines neuen Radweges wird die bestehende alte Trasse (ehemalige Mobil-Oil-Werksbahn) von der Rissener Straße Richtung Industriestraße genutzt. Diese Trasse führt am Baustoffmarkt Lüchau und der Birkenwegsiedlung vorbei bis zur Ecke Industriestraße/Feldstraße.
  2. Von dort aus soll der bestehende gemeinsame Rad- und Fußweg in jeweils einen eigenen Fuß- und Radweg getrennt werden. Dadurch soll gewährleistet werden, dass ein eigener Radfahrweg zum BusinessPark entsteht.
  3. Für den abfließenden Verkehr aus dem BusinessPark heraus wird ebenfalls ein eigener Radfahrweg bis Ende der Industriestraße/B431 vorgeschlagen. Die Radfahrwege werden nicht als Gehwege genutzt. Es müssen deshalb eigene Gehwege vorgesehen werden.

Diese Vorschläge berücksichtigen auch die Vorstellungen des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), die die SPD ausdrücklich unterstützt. Der ADFC hatte in einer Kooperation mit der AOK bereits folgende Anforderungen formuliert:

  • Im Rahmen der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ ist ein sicherer Arbeitsweg in der Industriestraße und zum BusinessPark einschließlich der Rückfahrt in Wedel zu gewährleisten.
  • Die Stadt soll eine sichere Lösung für den beruflichen Radverkehr in der Industriestraße vorschlagen.

Bemerkenswert, die Grünen hatten im Jahr 2017 den Ausbau ohne Radwege an der Einmündung zur B431 verteidigt und auf die Nutzung der Brünschentwiete verwiesen. Diese Idee wurde jüngst in der Beratung des Umweltausschusses nicht wieder aufgebracht. Ein Schelm, der sich darüber wundert. Eine Abstimmung über den SPD-Antrag fand im Umweltausschuss noch nicht statt. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den Planungsausschuss überwiesen.

Die SPD-Fraktion wird weitere Anträge im Zusammenhang mit Rad- und Fußwegen einbringen. So wird die Verwaltung aufgefordert werden, die Trasse der ehemaligen Mobil-Oil-Werksbahn zwischen Feldstraße und BusinessPark auf ihre Eignung hinsichtlich der Tauglichkeit für einen Radweg zu untersuchen. Auch muss mit der Stadt Hamburg über einen Radweg in Richtung Hamburg-Rissen gesprochen werden und ebenfalls ist über die Planung und Realisierung eines Radwegs entlang des Tinsdaler Wegs Richtung Innenstadt und zurück zu sprechen.

 

Wolfgang Rüdiger
SPD-Ratsherr und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Bau und Feuerwehr, Wedel

Dr. Friedhelm Michalke
SPD-Kreistagsabgeordneter und Mitglied im Planungsausschuss der Stadt Wedel