Votum gegen berufstätige Eltern: CDU, WSI und FDP verhindern Frühdienst an Grundschulen

 

Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die soll der Frühdienst an den Wedeler Grundschulen bewirken. CDU, WSI und FDP allerdings sehen keinen Handlungsbedarf. Gemeinsam votierten sie auf der Ratssitzung am Donnerstag (21.02.) gegen den Frühdienst .

Zuvor noch, in der Einwohnerfragestunde, meldeten sich besorgte Eltern zu Wort und wiesen vehement auf die Dringlichkeit der Entfristung der Frühbetreuung an der Moorwegschule hin. Auch eine Mitarbeiterin meldete sich,  um aufzuzeigen, wie wichtig die pädagogische Arbeit dort ist und dass der Bedarf der Familien nicht mehr wegzudiskutieren ist. Insbesondere für die berufliche

Claudia Wittburg, Ratsfrau

Weiterentwicklung der Betroffenen ist der Frühdienst alternativlos.

Die Nachfrage nach der Schulkindbetreuung (SKB) steigt stetig. Insbesondere das Angebot eines Frühdienstes wird häufig angefragt. Mit Start des Schuljahres 2018/2019 wurde an der Moorwegschule nach vielen Debatten und ziemlich kurzfristig ein Frühdienst eingerichtet. Da der Schulbeginn für die ersten und zweiten Klassen hier immer erst um 8.35 Uhr ist. Während in den KITAs die Betreuung der Kinder teilweise schon um 7.00 Uhr geregelt ist, fallen die Betroffenen in ein regelrechtes Betreuungsloch und müssen sich entscheiden Kind oder Job. Dieser steigenden Nachfrage wurde im letzten Jahr nach jahrelangen Ringen endlich Rechnung getragen. Das Angebot war jedoch befristet bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2019/2020. In der letzten BKS-Sitzung wurden der Frühdienst und die Entfristung an allen Schulen beschlossen. Zum großen Nachteil vieler Familien und Alleinerziehenden wurde diese Entscheidung von WSI, CDU und FDP nun im Rat gekippt. Die Argumente waren: zu teuer, kein nachfragegerechter Bedarf und keine Gegenfinanzierung.

Die SPD Wedel stellt sich hier ganz klar auf die Seite der betroffenen SchülerInnen und Eltern, die ein Recht auf eine verlässliche und gute Frühbetreuung an allen Grundschulen Wedels verdienen. Wir sehen die Einrichtung des Frühdienstes als Investition in die Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Betroffenen sind darauf angewiesen und die politischen Entscheider verstecken sich hinter fadenscheinigen Ausreden. Aus diesem Grund stellt die SPD Wedel in der kommenden BKS Sitzung am 06.03.2019 einen Antrag auf Verlängerung der Befristung bis zum Schuljahr 2020/2021 für den Frühdienst an der Moorwegschule. Wir müssen den Familien Planungssicherheit geben. Auch vor dem Hintergrund, dass sich Familien hier für die Moorwegschule entschieden haben, da es zum Zeitpunkt der Anmeldung einen Frühdienst gegeben hat. Der Zick-Zack-Kurs der Wedeler Politik darf nicht auf den Rücken betroffener junger SchülerInnen ausgetragen werden, die dann wieder im Dunklen stehen. Wir bitten alle Fraktionen um Zustimmung. Auch vor dem Hintergrund, dass ggf. Alternativen für diesen Frühdienst geprüft werden müssen.

 

Claudia Wittburg
Ratsfrau der Stadt Wedel