Unsere Forderung Tempo 30 in ganz Wedel, Ausbau wichtiger Fahrradachsen und Gehwegesanierung

Unsere Forderung Tempo 30 in ganz Wedel
Bild: SPD Wedel

Wir müssen die Attraktivität des Fuß- und Radverkehrs in Wedel deutlich steigern. Es passieren leider immer noch zu viele Unfälle. Der aktuelle Verkehrssicherheitsbericht 2020 bestätigt, dass obwohl wir ja deutlich weniger Verkehr letztes Jahr hatten, die Unfälle in Wedel sogar zugemommen haben. Man kann sich ja ausrechnen was das bedeutet, wenn alle wieder normal zur Arbeit, Schule und sonstigen Zielen in Wedel fahren. Dann natürlich das Thema Rush Hour in Wedel. Im letzten Jahr war alles gefühlt etwas entschleunigt, aber durch viele neue Wohngebiete, die natürlich wichtig für Wedel sind, wird die Verkehrsituation hier eher verschärft. Anbei findet ihr unseren SPD Antrag für den UBFA am 03.06.2021 und für den PLA am 01.06.2021.

Und bestimmt haben uns einige schon im Hamburger Abendblatt am 08.05.2021 entdeckt. Hamburger Abendblatt am 08.05.2021 .

Antrag für den UBFA am 03.06.2021 und für den PLA am 01.06.2021.

 Der UBFA und PLA beschließt folgenden Antrag

  1. Die Planung und den Bau eines Radschnellweg Auweidenweg als Verlängerung der Veloroute von Hamburg nach Wedel (gem. UBFA-BV/2019/124 vom 24.10.2019) unter Berücksichtigung bestehender aktueller Förderprogramme. Der Radschnellweg beinhaltet den Bau eines separaten Gehweges (wie bereits vorgesehen), der durch taktile und optische konstrastierende Streifen getrennt wird.
  • Für die Planung und den Bau eines neuen Radweges von der Rissener Straße Richtung Industriestraße wird die bestehende alte Trasse (ehemalige Mobil-Oil-Werksbahn) genutzt. Diese Trasse führt zwischen dem Baustoffmarkt Lüchau und der Birkenwegsiedlung vorbei bis zur Industriestraße/Feldstraße.
  • Darüber hinaus wird der bestehende und gemeinsam genutzte Rad- und Fußweg in jeweils einen eigenen Fuß- und Radweg getrennt werden, der bis zum Businesspark geht.
  • Für den abfließenden Verkehr aus dem BusinessPark wird ebenfalls ein eigener Radweg bis Ende der Industriestraße vorgesehen. Die Radwege werden nicht als

Gehwege genutzt und deshalb werden eigene Gehwege vorgesehen.

Die Trennung der Geh- und Radwege erfolgt durch taktile und optische kontrastierende Streifen, auch der Wege im Pkt. 2.2. Für die Planung und den Bau werden aktuelle Förderprogramme berücksichtigt.

  1. Innerorts von Wedel wird eine Regelgeschwindigkeit auf allen Straßen von 30 km/h eingeführt, mit Ausnahme auf der B431 von der Industriestraße bis zum S-Bahnhof (vor der GHS bleibt die jetzige Regelgeschwindigkeit von 30km/h erhalten) und in der Industriestraße bleibt die Regelgeschwindigkeit von 50 km/h erhalten.
  2. Erstellung eines Katasters für alle Geh- und Radwege in Wedel hinsichtlich des
    baulichen Zustands und des Sanierungsbedarfs sowie nach DIN 18040 Teil 3 – Barrierefreies Bauen.

 

Begründung:

zu Punkt 1, 2 und 4 des Antrages:

Der Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) hat die Kommunen aufgerufen, für einen besseren Radverkehr bereitstehende Mittel abzurufen. Bis 2023 fördert das Verkehrsministerium eine bessere und sichere Radinfrastruktur mit 1,46 Milliarden Euro -(first come – first serve).

Der ländliche Raum soll in den Blick genommen werden. Wenn PendlerInnen auf das Rad umsteigen, würde das die Städte entlasten. Der Plan ist, das nicht auf Kosten der Autofahrer zu machen. Bis 2030 sollen sich die Radfahrkilometer von heute verdoppelt werden.

Zudem belegt der Verkehrssicherheitsbericht 2020 des Landes Schleswig-Holstein: „Neben den statistisch bekannten Unfallursachen, spielt in vielen Fällen die unzureichend ausgebaute Infrastruktur für Fahrradfahrer bei zunehmender Fahrleistung eine wesentliche Rolle bei der Ursachenfindung. Fahrradwege in schlechtem Zustand, zu schmale Radfahrstreifen im Zusammenhang mit Behinderungen durch haltende oder parkende Fahrzeuge machen das Radfahren in urbanen Gebieten zu einem Risiko. Vor dem Hintergrund der jährlichen Zunahme des Radverkehrs sollte den Radfahrern mehr Verkehrsraum zugeteilt werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. [..] Die eingeschränkten Reisemöglichkeiten im Sommer 2020 haben das Radfahren in Schleswig-Holstein noch attraktiver gemacht. Die Verkaufszahlen insbesondere auch von Pedelecs zeigten ein sich deutlich veränderndes Mobilitätsverhalten. Durch die häufigere Nutzung des Fortbewegungsmittels Fahrrad erhöht sich leider auch die Verletzungsgefahr; gerade weil Radfahrende ungeschützt im Straßenverkehr unterwegs sind. Radfahrende Kinder und Senioren sind dabei besonders gefährdet und der technische Zustand der Fahrräder entspricht auch nicht immer den Vorschriften. Anderen Verkehrsteilnehmern sind die Regeln der Radwegbenutzungspflicht bzw. deren Ausnahmen oft nicht bekannt. Die zunehmende Nutzung von Pedelecs stellt sowohl für die Radfahrer als auch für die Kraftfahrzeugführer erhöhte Anforderungen an die allgemeine Aufmerksamkeit. Gefahren, die mit den höheren Geschwindigkeiten verbunden sind, werden oft zu spät erkannt, da Pedelecs sich nicht sofort sichtbar von anderen Fahrrädern unterscheiden.“

Zu Punkt 3 des Antrages

Mittlerweile sind bereits große Teile des innerörtlichen Straßennetzes in ganz Deutschland auf Tempo 30 beschränkt.

Mit der Gestaltung einer Regelgeschwindigkeit auf 30 km/h wird die Attraktivität des Fuß- und Radverkehrs gesteigert. Gefährliche Überholmanöver von Fahrrad- und Pedelecfahrern werden unnötig. Die Voraussetzungen für einfache und sichere Straßenquerungen werden geschaffen. Die Anzahl der Unfälle wird sinken und der Aufenthaltsfaktor in den innerörtlichen Straßenräumen, verbunden mit einem hohen Sicherheitsgefühl ist von hoher Bedeutung. Der Verkehrslärm würde abnehmen. Und wenn wir in ganz Wedel die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h einführen, wird eine Verlagerung auf einzelne Wohngebiete vermieden. Die aktuelle Situation verunsichert und ist oftmals irreführend für Verkehrsteilnehmer.

Zudem sollten zur Verstetigung des Verkehrsflusses die Lichtsignalanlagen intelligent koordiniert und neu eingestellt werden.

Es besteht die Möglichkeit auch die gesamte B 431 mit einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h zu bestimmen und nur die Industriestraße mit 50 km/h zu belassen.

Die Einführung einer Regelgeschwindigkeit in Wedel auf 30 km/h könnte auch als Modellversuch durchgeführt werden und ausgewertet werden.

Auch das Gegenargument, dass die Busse hier nun deutlich länger brauchen, muss an dieser Stelle endgültig entkräftet werden: Unsere Beispielrechnung: Vom Hauptbahnhof bis zur Doppeleiche haben wir eine 50er Zone. Sollte der Bus hier nun 30km/h fahren, so dauert die zeitliche Verzögerung lediglich 48s. Der ADAC bestätigt zudem, dass dieser Unterschied sich noch stärker relativiert mit der Anzahl von Kreuzungen und Lichtsignalanlagen. Je öfter ein Fahrzeug an einer Ampel halten muss, desto geringer ist der Einfluss der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf die Reisezeit.

„Für eine dreieinhalb Kilometer lange Versuchsstrecke wurden im Rahmen von Befahrungen des ADAC bei Tempo 50 mehr als acht Minuten benötigt, während es bei Tempo 30 für dieselbe Strecke zehn Minuten benötigt.“ Das entspricht im Übrigen ungefähr der Durchfahrtstrecke von Wedel.

 

Wedel, den 04. Mai 2021
für die SPD-Fraktion Wedel

Wolfgang Rüdiger                              Claudia Wittburg
Stellv. Fraktionsvorsitzender              Vorsitzende Vorstand

 

 

Quellen:

  1. Verkehrssicherheitsbericht 2020: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/Verkehrssicherheit/Verkehrssicherheitsbericht/_downloads/vsb_2020.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  2. Verkehrssicherheitsbericht PD Bad Segeberg 2020: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/POLIZEI/DasSindWir/PDen/Segeberg/_downloads/vsb/vsb_se_2020.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen in Wedel
Bild: SPD Wedel
Entwicklug der KfZ-Anmeldungen im Kreis Pinneberg
Bild: SPD Wedel